Interview mit Frank Diegmüller – Geschäftsführer der FRANZ CARL NÜDLING Basaltwerke GmbH + Co. KG

Redaktion Interview, VfA Hessen 0 Comments

ulrich-langen-aia»Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie aus Einzelteilen etwas neues Ganzes entsteht: Wenn Pflastersteine zu einer neuen Straße werden, Platten einen Gartenweg formen oder Wände ein ganzes Haus. Dinge sind eben mehr als die bloße Summe ihrer Teile – ihr Charakter entsteht im Wechselspiel der Elemente.« Quelle: Website

 

Die Firma Franz Carl Nüdling Basaltwerke GmbH + Co. KG ist ein mittelständisches Familienunternehmen dessen Geschichte bis ins Jahr 1893 zurückreicht. Sie stellt Baustoffe aus Natursteinen und Beton u. a. für den Wohnungs-, Industrie-, Straßen- und Wegebau sowie für die Garten- und Landschaftsgestaltung her. Die Produkte bilden die Grundlage für ein gesundes Leben und Wohnen, kreative bautechnische Gestaltung und aktiven Umweltschutz.

Ein Interview mit Frank Diegmüller, seit 2014 Geschäftsführer von F.C. Nüdling Betonelemente, Fulda, und verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Logistik.

 

Sie haben 2010 u.a. den Preis „Hessen-Champions 2010″ in der Kategorie „Neue Produkte und Entwicklungen” gewonnen. Was ist die Unternehmensphilosophie von FCN?

Unsere Unternehmensphilosophie bzw. unser Leitbild ist seit über 50 Jahren „Qualität und Ideen für zufriedene Kunden“.

Qualität ist selbstverständlich ein Muss, aber wir versuchen immer ein bisschen besser zu sein, als es der Kunde fordert und der Markt es aktuell abbildet.

Darüber hinaus garantieren wir diesen höheren Standard unserer Produkte auch: beispielsweise im Bereich der Bordsteinentwicklung. Wir bieten bei unserem Basadur-Produktionsverfahren eine zusätzliche Herstellergarantie an, das heißt statt der gesetzlichen Gewährleistung von fünf Jahren garantieren wir zehn Jahre Frost- und Tausalzbeständigkeit. Diese Garantie haben wir im Übrigen jetzt auch auf unsere Pflastersteine ausgedehnt.

Sie sehen, wir versuchen immer ein Ticken besser zu sein. Qualität heißt aber auch Servicequalität: Beratung, Lieferfähigkeit, eine eigene zentrale Disposition und die Betreuung des Kunden rundum. Wir haben eine eigene Abteilung für Beanstandungen und dort sitzt ausgebildetes Personal mit technischem Hintergrund, die ihnen kompetent Hilfestellung geben können.

Neben der Qualität beinhaltete unser Leitbild aber auch noch die Ideen und diese drehen sich immer um das Produkt. Wie wollen Vielfalt anbieten, aber auch echte Innovationen für den Markt hervorbringen: Produkte die Probleme lösen und so bisher noch nicht am Markt abgebildet sind. Beides zusammen macht einen zufriedenen Kunden aus. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist Air Clean.

 

Sie haben es gerade selbst noch einmal erwähnt, im letzten Interview vom 09.12.2015 sprachen wir bereits ausführlich über AirClean. Nun hat F.C. Nüdling das AirClean-Konzept weiterentwickelt und dafür das Gütesiegel „Innovativ durch Forschung 2016/2017″ erhalten. Was können Sie uns darüber berichten?

 Es gibt tatsächlich etwas Neues: wir haben aus dem Konzept für den AirClean-Pflasterstein jetzt auch ein Granulat entwickelt, ein photokatalytisch aktives, künstliches Gesteinsgranulat, das als Abstreusplitt in die frisch eingebaute Asphaltdeckschicht von Straßen eingebaut werden kann. Dort vernichtet es die Stickstoffdioxide, die durch den Verkehr entstehen, direkt beim Entstehen.

Im Gegensatz zu den AirClean-Betonpflastern liegt das Granulat räumlich näher an der Emissionsquelle und ist somit effektiver. Das Granulat erfüllt die Vorgaben, die für Gesteinskörnungen zum Einbau in Asphaltdeckschichten gelten und ist für alle Belastungsklassen geeignet.

Im November 2016 wurde in Fulda die erste Pilotbaustelle fertiggestellt. Dort konnten wir die Verarbeitung, die Temperaturvorgaben etc. festigen und für weitere Projekte festhalten.

Wir sind wirklich sehr positiv und auch alle Beteiligten sind sehr angetan und an der weiteren Entwicklung interessiert. Es ist kein Geheimnis, dass das Thema Umweltverschmutzung aktueller denn je ist. Neben dem hohen CO2-Ausstoß stellen Feinstaubbelastungen und die Stickstoffoxid-Konzentrationen aus Autoabgasen ein Problem für die Umwelt dar und wir können mit AirClean ein Produkt einführen, dass wirklich Abhilfe schafft, indem es eine schnelle und effiziente Reduzierung der gesundheitsschädlichen NO2– Konzentration herbeiführt.

 

Es klang gerade schon ein wenig an: Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei FCN?

Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen bei uns eine sehr große Rolle. Zum Schutz von Klima und Natur produzieren wir auf nachhaltige Weise und stellen Produkte her, die selbst einen positiven Effekt auf die Umwelt haben, wie eben AirClean. Darüber hinaus schreiben wir zurzeit an unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht, der 2018 fertiggestellt werden soll. Der beinhaltet unsere Richtlinien für Umwelt- und Gesundheitsschutz, Ressourcen- und Energiemanagement. So gewinnen wir zum Beispiel Gestein aus unseren eigenen Steinbrüchen und halten damit die Transportwege kurz und Belastungen klein. Generell beschäftigen wir uns sehr viel mit Nachhaltigkeit, sei es weil viele unserer Produkte unter strengen Richtlinien stehen oder weil der Überzeugung sind, dass wir alles was wir der Natur nehmen auch wieder zurückgeben müssen.

Des Weiteren haben wir mit unserem internen Energiemanagement gestartet, das heißt, interne Scouts nehmen das Unternehmen unter die Lupe, um so insgesamt 3% Energie im Jahr zu sparen.

Zuletzt ist Recycling bei uns sehr wichtig, wir haben ein eigenes Recycling-Werk, das es uns ermöglicht, zum Beispiel aus dem Ausschuss gewonnenen Sand wieder neue Produkte (zum Beispiel in Gartenmauern) herzustellen.

 

Gibt es einen Ansprechpartner für Architekten und Stadtplaner?

Ansprechpartner für das Thema AirClean ist Herr Plönes, der auch unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreut.

Andreas Plönes
Tel. +49 (0)661 8387-216
andreas.ploenes@nuedling.de

Ansprechpartner für Architekten.
Hubert Hahner
Tel. +49 (0)661 8387-219
Hubert.Hahner@nuedling.de

 

Zum Abschluss: Welche Neuheiten gibt es im Bereich Betonwerksteine?   

  • Im Betonsteinbereich beschäftigt sich alles mit dem Thema Fotobeton. Eine individuelle Gestaltung von Beton, die mittels eines Lacks, ähnlich einer Beschichtung, Fotos und Fotostrukturen versiegeln soll. Das Muster oder Bild wird somit konserviert. Noch ist die Beschichtung nicht dauerhaft genug, daran und an weiteren Möglichkeiten der Oberflächenbearbeitung arbeiten wir gerade.
  • Im Hinblick auf Formate ist folgender Trend zu erkennen: lang und schmal (80cm x 20cm) – wie eine Holzdiele. Wir denken das bereits weiter und können uns solch ein Format auch in Holzoptik vorstellen.
  • Ein weiteres großes Thema ist „Dauerhaftigkeit der Optik“. Viele versprechen eine komplette Selbstreinigung, hier sind Erwartungen geschürt worden, die aus heutiger Sicht einfach nicht machbar sind – daher werben wir auch nicht mit solchen Versprechen. Es ist aber so, dass wir unsere Produkte leichter zu reinigen machen können, aber sauber machen muss der Kunde leider noch immer selbst.
  • Ein weiterer Trend sind Maurern – von rustikal bis modern. Meistens sind es halbhohe Mauern um Plätze einzugrenzen. Teilweise werden sogar Burgruinen nachgestellt, die dann die Grillfläche im Garten umzäunen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Frank Carl Nüdling Logo
FRANZ CARL NÜDLING Basaltwerke GmbH + Co. KG
Frank Diegmüller
Ruprechtstraße 24
36037 Fulda
frank.diegmueller@nuedling.de
www.nuedling.de

Das Interview führte Jennifer Maurer (querplan GmbH)

Kommentar verfassen