Dipl.- Ing. Architekt VFA Manfred von Bentheim ö.b.u.v. Sachverständiger

HOAI + Honorar – Beitragsreihe von VFA-Mitglied Manfred v. Bentheim – Serie

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10 Honorarparameter nach der HOAI 2013
Hinweise zur Vertragsgestaltung, Leistungserbringung und Honorarschlussrechnung

Einführung
Unser geschätzter Kollege Dipl.- Ing. Archi­tekt Manfred v. Bentheim ist öffentlich be­stellter und vereidigter Sachverständiger für die Honorare und Leistungen der Archi­tekten und Ingenieure und Sachverstän­di­ge für Urheberfragen an Werken der Bau­kunst.

Die folgenden Beiträge sollen helfen, die wichtigsten Honorarparameter nach der HOAI 2013 zu verstehen, richtig zu vereinbaren und in der Honorarschlussrechnung (zur Sicherung des Honoraranspruchs) korrekt anzuwenden. Schwerpunktmässig werden dabei die Besonderheiten beim Bauen im Bestand betrachtet.

  1. Begriffe (§ 2 HOAI 2013)
    1. Objekte …
    2. Neubauten und Neuanlagen …
    3. Wiederaufbauten …
    4. Erweiterungsbauten …
    5. Umbauten …
    6. Modernisierungen …
    7. Mitzuverarbeitende Bausubstanz …
    8. Instandsetzungen …
    9. Instandhaltungen …
    10. Kostenschätzung …
    11. Kostenberechnung …

Die Anwender der HOAI sind gut beraten, ausschliesslich die in § 2 HOAI 2013 aufgeführten Begriffe in allen Belangen des Planes und Bauens zu verwenden; dabei geht es neben dem sprachlichen Gebrauch ganz besonders um die Formulierungen im Vertrag, in der Honorarvereinbarung, im gesamten Schriftverkehr und in den Rechnungslegungen. Geläufige Begriffe wie z.B. „Sanierung“, „Teilsanierung“, „Kernsanierung“, „Renovierung“, u.a. sind umgangssprachlich nicht zu verhindern, finden sich aber nicht bei den Begriffsbestimmungen des § 2 HOAI 2013 und sollten daher tunlichst vermieden werden. Diese Empfehlung ist
begründet in der Möglichkeit, verschieden Zuschläge zu vereinbaren bzw. zu berechnen. Insbesondere ist dies der Fall, wenn es sich bei den Massnahmen um „Umbau“ oder „Modernisierung“ (Zuschlag nach § 36 HOAI möglich) oder „Instandsetzung“ und „Instandhaltung“ (Zuschlag nach § 12 HOAI möglich) handelt.

Die Kostenschätzung wird im Zusammenhang mit der Erbringung der Leistungsphase 2 (Vorplanung) erbracht, die Kostenberechnung bei der Entwurfsplanung; da beide Kostenermittlungen auf dem jeweiligen Planungsstand basieren, könne si auch i.d.R erst am Ender dieser Leistungsphase erbracht werden. Wichtig ist hier a) das Datum er Erstellung und b) die Angabe zur Mehrwertsteuer (enthalten bzw. nicht enthalten). Weiter ist gemäss Absatz 3.3.6 der DIN 276-1:2008-12 (Wert der vorhandenen Bausubstanz) bei den Kostengruppen auszuweisen und in der Honorarermittlung auf die tatsächlich mitzuverarbeitende Bausubstanz (in jeder Leistungsphase unterschiedlich!) zu reduzieren. Dies kann nachvollziehbar dargestellt werden, indem man die Anzahl derjenigen Grundleistungen, in denen sich der Planer mit der mitzuverarbeitenden Bausubstanz beschäftigt, prozentual in das Verhältnis zu der Gesamtanzahl der Grundleistungen der jeweiligen Leistungsphase setzt.

Mehrere Massnahmen an einem Objekt (z.B. „Umbau und Erweiterung“ [entsprechend „Umbau“ und „Neubau“]) sind in der HOAI 2013 nicht definiert. Nach der Kommentarliteratur (hier: Locher/Koeble/Frik, 13.Aufl., RdNr. 13 zu § 2) erfolgt keine getrennte Honorarermittlung: Zuschläge auf das Honorar werden dem Honoraranspruch (ermittelt aus den gesamten anrechenbaren Kosten) hinzugerechnet.

 

Weitere Beiträge sind wie folgt vorgesehen:

2. Grundleistungen und Besondere Leistungen (§ 3)
3. anrechenbare Kosten (§ 4)
4. Honorarzone (§ 5)
5. Honorarsatz (§ 7)
6. Umbauzuschlag (§ 36)
7. Instandsetzungszuschlag (§ 12)
8. mitzuverarbeitende Bausubstanz (§ 4 Abs. 3)
9. Nebenkosten (§ 14)
10. Honorarschlussrechnung (§ 15)

 

Dipl.- Ing. Architekt VFA
Manfred von Bentheim
ö.b.u.v. Sachverständiger

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